Foto: Krankenhaus (über dts Nachrichtenagentur)

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Bei Intensivpatienten, die von einer künstlichen Beatmung entwöhnt werden sollen, hängt die medizinische Versorgung entscheidend vom Wohnort ab. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung

auf eine Anfrage der Linken-Bundestagsfraktion hervor, über welche die Zeitungen des "Redaktionsnetzwerks Deutschland" (Freitagsausgaben) berichten. Demnach ist die regionale Verteilung von Pneumologen und speziellen Entwöhnungszentren extrem unterschiedlich.

Während in Hamburg ein Pneumologe auf 27.000 Einwohner komme, müssten sich in Rheinland-Pfalz 66.000 Einwohner einen derartigen Facharzt teilen, heißt es in der Antwort der Bundesregierung. Noch ungünstiger sei die Verteilung bei Kinder-Pneumologen. Die beste Versorgung existiere in Schleswig-Holstein, wo ein Facharzt für 80.000 Patienten zuständig sei.

Schlusslicht bilde hier Mecklenburg-Vorpommern, wo ein Pneumologe 540.000 Patienten versorgen müsse, heißt es in der Antwort weiter. Auch die sogenannten Weaningzentren seien ungleich verteilt. In Hessen stehe eines dieser Entwöhnungszentren für eine Million Patienten zur Verfügung.

In Rheinland-Pfalz gebe es hingegen ein Zentrum für vier Million Einwohner, heißt es in der Antwort der Bundesregierung. In Brandenburg, Bremen und dem Saarland existierten gar keine Zentren. "Die ungleichen Versorgungsangebote in den Bundesländern sind ein Skandal", sagte die Pflegeexpertin der Linken-Bundestagsfraktion, Pia Zimmermann, den Zeitungen des "Redaktionsnetzwerks Deutschland".

Solange die Beatmung bei der Honorierung der Kliniken besser vergütet werde als die Entwöhnung, werde sich das auch nicht ändern, beklagte die Linken-Politikerin.