Foto: Fluss Oder an der Grenze Deutschland - Polen (über dts Nachrichtenagentur)

Warschau (dts Nachrichtenagentur) - Der Chef der polnischen Regierungspartei PiS, Jaroslaw Kaczynski, hat Forderungen seines Landes nach Kriegs-Reparationen bekräftigt. Der "Bild" (Samstagausgabe) sagte Kaczynski:

"Damals wurde Polens gesamte Wirtschaft, Straßen, Fabriken, historische Gebäude und Kulturgüter ausgelöscht und vernichtet. Zerstört wurde Polen übrigens auch schon im 1. Weltkrieg, besonders im vom Zarenreich eingegliederten und von diesem ausgebeuteten einstigen Königreich Polen. Ohne jede Entschädigung. Aber Frankreich erhielt bis vor wenigen Jahren noch Reparationen aus Deutschland aus dem Versailler Vertrag von 1919. Polen bekam praktisch nichts. Damit werden wir uns nicht abfinden."

Derzeit arbeite eine Kommission in Polen an der Berechnung der Schäden und Forderungen, dem wolle er nicht vorgreifen, so der Parteichef gegenüber "Bild". Auch Berichte über Summen von bis zu 850 Milliarden Euro werde er nicht kommentieren. Klar sei, so Kaczynski: "Auch Russland müsste zahlen."

Das Problem sei: "Deutschland und Russland sind nicht vergleichbar. In Berlin sitzt eine demokratisch gewählte Regierung, dort gelten Recht und Moral. Von Russland kann man das nicht behaupten."

Er glaube daher nicht, "dass unsere Generation es noch erleben wird, dass Moskau sich seiner Verantwortung stellt." Kaczynski: "Sicher ist nur: Unsere Forderungen haben kein Verfallsdatum."