Jakub "Kuba" Przygonski/Timo Gottschalk (POL/GER), Mini John Cooper Works Rally / Foto: © MCH Photo

Przygonski und Gottschalk bleiben auf Hammer-Prüfung ohne Fortune
Gebrauchter Tag sechs: Technische Probleme kosten über eine Stunde
Schwierige Wertungsprüfung durch die Wüste zwischen Ha’il und Riad
Letzter Härtetest der ersten „Dakar“-Woche vor willkommenem Ruhetag
Riad (WB/gerdes media) – Jakub „Kuba“ Przygonski und Timo Gottschalk haben sich bei der Rallye Dakar erneut einen gebrauchten Tag andrehen lassen. Unmittelbar vor dem einzigen Ruhetag des Wüstenklassikers sorgten technische Probleme für einen weiteren herben Zeitverlust.

Das polnisch-brandenburgische Duo verbrachte auf der Etappe von Ha’il nach Riad über eine Stunde mit der – erfolglosen – Reparatur und verlor mit stumpfen Waffen kämpfend in der Folge 30 weitere Minuten – und war damit in bester Gesellschaft. Der Marathon-Rallye-Weltcup-Sieger von 2018 und der „Dakar“-Champ von 2011 hatten bis dahin auf Tagesrang sechs gelegen – den Tagessieg machten dann andere unter sich aus. Stéphane Peterhansel/Paulo Fiuza (FRAU/POR, Mini) behielten dabei knapp die Oberhand vor den Gesamtführenden Carlos Sainz/Lucas Cruz (ESP/ESP, Mini) und deren ärgsten Verfolgern, die Vorjahressieger Nasser Al-Attiyah/Matthieu Baumel (QAT/FRA, Toyota).

Schon wieder nicht unser Tag. Obwohl wir gut begonnen hatten, hat uns erneut ein technisches Problem eingebremst. Wir haben versucht, es auf der Prüfung zu beheben – das hat nicht funktioniert. Also mussten wir wohl oder übel mit stumpfen Waffen weiterkämpfen. So oder so haben wir uns den Ruhetag verdient, wenngleich wir das lieber mit guten sportlichen Ergebnissen getan hätten. Jetzt gilt es, die erste Woche abzuhaken und nach vorn zu schauen.
Jakub "Kuba" Przygonski nach Etappe 06 der Rallye Dakar 2020

Eigentlich wäre die sechste Prüfung wunderschön gewesen. Teilweise sehr schnell, mit schönen Dünenpassage, die gut zu fahren gewesen wären. Wir hatten auf den ersten 100 Kilometern einen richtig guten Rhythmus – doch dann haben wir technische Probleme bekommen. Eine Reparatur blieb erfolglos. Wir sind dann den Rest der Prüfung – rund 350 Kilometer – mit diesen Problemen weitergefahren – und das war zäh.
Timo Gottschalk nach Etappe 06 der Rallye Dakar 2020

Der erwartet harte Gegner: Tag sechs der Rallye Dakar

Einer der ehernen Grundsätze der Rallye Dakar lautet: Der größte Gegner ist die Rallye selbst. Tag sechs bei der Premiere des Wüstenklassikers in Saudi-Arabien stellte diese Binsenweisheit eindrucksvoll unter Beweis. Etappen unmittelbar vor dem Ruhetag gelten als die härtesten bei der „Dakar“. Auf dem Weg von Hai’il nach Riad war zu 90 Prozent geprägt von Sand und wurde dazu komplett off-road ausgetragen. Dünen der Kategorie 1 und Kategorie 3 standen auf der Agenda des Tages, dazu viele schnelle, teils extrem ausgewaschene Sandpisten und Querungen von ausgetrockneten Flussbetten.


Samstag, 11. Januar, Ruhetag – Riad

"Ruhetag" – für Fahrer und Beifahrer mag der Begriff ansatzweise zutreffen, für die Mechaniker sind diese 24 Stunden die stressigsten der gesamten Rallye Dakar. Während sich Fahrer und Beifahrer erst einmal auschlafen dürfen, um sich dann im Biwak von Riad den Fragen der Journalisten zu stellen, werden die Fahrzeuge einem großen Service unterzogen. Nach 2.423 WP-Kilometern, knapp der Hälfte bei der "Dakar"-Premiere in Saudi-Arabien, eine willkommene Abwechslung vom "Dakar"-Trott der ersten Woche.

Sonntag, 12. Januar 2020, Tag 07 – Riad–Wadi Al Dawasir
Distanz Wertungsprüfung: 546 km
Distanz gesamt: 741 km
Startzeit Wertungsprüfung: ca. 08:35 Uhr/06:35 Uhr (Ortszeit/MEZ)
Zielzeit Wertungsprüfung: ca. 14:17 Uhr/12:17 Uhr (Ortszeit/MEZ)

Noch so ein klassischer "Dakar"-Hammer: Die Prüfung nach dem Ruhetag stellt die Teilnehmer üblicherweise vor extrem große Aufgaben. Die längste Prüfung der Premiere in Saudi-Arabien ist gleichzeitig auch eine der abwechslungsreichsten. Der Beginn wird durch kleine Dünen bestimmt, der Mittelabschnitt eher durch Schotterpisten, angereichert durch das Kreuzen von ausgetrockneten Flussbetten. Danach wechselt die Route zwischen weiten Sandflächen und Dünenquerungen hin und her. Das i-Tüpfelchen bilden Pfade zwischen kleineren Bergen.

Gesamtwertung
nach Etappe 06, Ha'il–Riad (vorläufig)

01. Carlos Sainz/Lucas Cruz (ESP/ESP), Mini, 23:33.05 Std.
02. Nasser Al-Attiyah/Matthieu Baumel (QAT/FRA), Toyota, 23:40.51 Std.
03. Stéphane Peterhansel/Paulo Fiuza (FRA/POR), Mini, 23:49.23 Std.
04. Yazeed Al Rajhi/Konstantin Zhiltsov (KSA/RUS), Toyota, 24:09.51 Std.
05. Orlando Terranova/Bernado Graue (ARG/ARG) Mini, 24:16.57 Std.
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Jakub Przygonski/Timo Gottschalk (POL/GER), Mini, 31:58.23 Std.

Tageswertung
Etappe 06, Ha'il–Riad (vorläufig)

01. Stéphane Peterhansel/Paulo Fiuza (FRA/POR), Mini, 4:27.17 Std.
02. Carlos Sainz/Lucas Cruz (ESP/ESP), Mini, 4:28.52 Std
03. Nasser Al-Attiyah/Matthieu Baumel (QAT/FRA), Toyota, 4:30.39 Std.
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Jakub Przygonski/Timo Gottschalk (POL/GER), Mini, 6:07.27 Std.