Foto: Bedienung in einem Café (über dts Nachrichtenagentur)

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Der Virologe Jonas Schmidt-Chanasit sieht in der langsam wieder öffnenden Gastronomie derzeit kein großes Risiko für eine weitere Ausbreitung des Coronavirus.

"Ich würde jetzt jederzeit in den Außenbereich eines Restaurants gehen", sagte Schmidt-Chanasit dem Magazin "T-Online". Im Zusammenhang mit den geplanten Grenzöffnungen warnte er allerdings vor neuen Infektionsketten.

"Es ist nicht ausgeschlossen, dass es durch Grenzöffnungen wieder zu einem Import von Virus-Ausscheidern kommt." Gleichzeitig riet er von dem Streben nach einem absoluten Sicherheitsgefühl ab: "Leben bedeutet Risiko. Wir können das Risiko deutlich senken, aber es ist nie Null - egal welche Maßnahmen wir ergreifen."

Hoffnungen auf einen zeitnahen Impfstoff erteilte er gleichzeitig eine Absage. "Sicherlich werden wir bei Medikamenten oder bei einem bestimmen Medikamenten-Cocktail früher Möglichkeiten haben auf die Erkrankung einzuwirken, als mit dem Impfstoff", so Schmidt-Chanasit. Erste Daten zu Remdesivir würden zeigen, dass es die Krankheitsdauer etwas verkürzen könne.

Doch da das Patent bei dem US-Pharmakonzern Gilead Sciences liegt, sieht Schmidt-Chanasit die Versorgung von deutschen Patienten in Gefahr. "Das ist ein großes Problem", sagt der Virologe. "Das ist ein US-amerikanischer Pharma-Riese, wo wirtschaftliche Interessen auch immer eine Rolle spielen."