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Berlin (WB/Wirtschaftsforum der SPD) - Das Wirtschaftsforum der SPD e.V. fordert in einem heute veröffentlichten Beitrag des Fachforums Gesundheitswirtschaft eine langfristige und strukturelle Unterstützung des deutschen Gesundheitswesens. Die Entwicklung im Zuge der Corona-Pandemie habe deutlich gemacht, dass hierbei der Bereich der medizinischen Schutzausrüstung, der Herstellung von Wirkstoffen und deren Vorprodukte sowie der Impfstoffproduktion von besonderer Bedeutung sei.

Erhöhung der Kapazitäten zur grenzübergreifenden Gesundheitssicherheit
Die gut ausgebauten Strukturen unseres Gesundheitswesens seien ein entscheidender Grund dafür, dass die Corona-Pandemie nicht zu einer Überlastung der medizinischen Kapazitäten geführt habe und die Krisenbekämpfung bisher erfolgreich verlaufen sei. Trotzdem gebe es Handlungsbedarf bei der Versorgung mit Arzneimitteln, besonders für kritische intensivmedizinische Therapien: „Maßnahmen zum Aufbau größerer Reserven durch die Krankenhäuser und ihre Apotheken kann hier ein Ansatz sein. Dabei ist es von besonderer Bedeutung, dass die Vorgaben an Krankenhaus-Apotheken möglichst konkret sind durch klar definierte Mengen und Zeiträume, in denen kontinuierlich Bestand aufgebaut werden soll. Es sollte darüber hinaus diskutiert werden, ob diese Maßnahme – anders als von der geplanten Verordnung vorgesehen – längerfristig Bestand hat“, sagt Christian Clarus, Leiter des Fachforums Gesundheitswirtschaft.

Verstärkte europäische Unabhängigkeit von Drittländern
Im Bereich der pharmazeutischen Rohstoffversorgung und bei Artikeln zur persönlichen Schutzausrüstung (PSA) seien Deutschland und Europa in eine externe Abhängigkeit geraten, die die Versorgungsicherheit gefährde. „Hier sollte die Politik auch über die Pandemie hinaus in Partnerschaft mit der industriellen Gesundheitswirtschaft nach Lösungen suchen, um eine Ansiedlung entsprechender Produktionskapazitäten in Europa zu realisieren. Diese Position findet sich erfreulicherweise auch im Konjunkturpaket der Bundesregierung. Jetzt brauchen wir eine Initiative, um daraus möglichst schnell konkrete Umsetzungsschritte zu entwickeln. Hier kann ein ressortübergreifender Initiativkreis unter Einbeziehung von Vertretern der Gesundheitswirtschaft schnelle Ergebnisse liefern“, betont die Vizepräsidentin des SPD-nahen Wirtschaftsverbands Prof Dr. Susanne Knorre.

Die geforderte Erhöhung der nationalen Kapazitäten und der Ausbau der europäischen Unabhängigkeit seien sinnvolle Ansätze, die aber nicht durch kurzfristige Einmaleffekte verpuffen dürften: „Der industriellen Gesundheitswirtschaft kommt dabei eine besondere Verantwortung zu, die sie im Sinne von lösungsorientiertem Handeln und als ‚Bürger Europas‘ gerne wahrnimmt“, hält Clarus fest.

Das Positionspapier des Fachforums "Gesundheitswirtschaft in der Corona-Pandemie: Perspektiven für die Zukunft" finden Sie hier.
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