Foto: Volkswagen AG

Keine Eskalation bei der Sitzung von 20 Mitgliedern des Aufsichtsrates
Wolfsburg (WB/resch) - Das beherrschende Thema der Aufsichtsratssitzung am Donnerstagnachmittag waren massive Produktionsprobleme beim neuen Golf und dem Elektroauto ID.3.

Der Konflikt zwischen Vorstandschef Herbert Diess und dem Betriebsrat ist erheblich und im Vorfeld der Sitzung wurde seitens der Medien über einem geplanten Sturz der IG-Metall-Spitze Hofmann - Osterloh spekuliert. Nach der Sitzung weiß man, das wurde nicht nur bereits im Vorfeld dementiert, sondern es blieb auch definitiv aus.

Dennoch wurde insgesamt von einer sehr unangenehmen Sitzung gesprochen. Noch schlechter kann die Stimmung beim größten Autobauer der Welt kaum noch werden. Diess baut den Konzern grundlegend um, ständig neue Pannen lassen den Konflikt zwischen Konzernspitze und Mannschaft immer größer werden. In dem offenen Brief der Vertrauensleute an das Management am Donnerstag war von zunehmend massiver Sorge über die „vielen vom Vorstand zu verantwortenden negativen Presseberichte über das Unternehmen“ die Rede und weiter hieß es: „Für uns ist das Maß inzwischen unerträglich“.

Die Software-Fehler bei dem enorm wichtigen Kompaktmodell sollen im Rahmen einer sehr flachen Anlaufkurve beseitigt werden, so hieß es bereits im Februar. Damit tut man sich offenbar schwer.
In zu vielen Großprojekten, zu hohem Druck und in Veränderungen grundlegender Strukturen sieht die Arbeitnehmerseite die Probleme. Die Zeit notwendige Veränderungen sanft und ruhig anzugehen bleibt allerdings nicht.