Detlef Barth, Mitglied des Bürgerdiensteausschusses / Foto: PUG

Kleinbuslösung soll im gesamten Stadtgebiet angeboten werden
Wolfsburg (WB/PUG) - Der öffentliche Personennahverkehr steht auf dem Prüfstand. Busfahrermangel und nicht ausgelastete Buslinien haben Verwaltung und Politik zu kreativen Lösungen gezwungen. Die Stadtverwaltung bereitet derzeit einen Ratsbeschluss vor, der vorsieht, dass die Wolfsburger Stadt- und Ortsteile künftig von Kleinbussen im ÖPNV angefahren werden.

 Durch Fördermittel (EFRE) und die Mitfinanzierung durch den Regionalverband Großraum Braunschweig (RGB) soll ab Mitte 2021 ein anderthalb jähriges Projekt zu sog. flexiblen Bedienformen starten. Ein Konzept zur Einführung des Flächenverkehrs sieht jedoch vor, dass nicht alle Wolfsburger*innen in den Genuss einer solchen Busanbindung kommen. Ein Ratsantrag der PUG-Fraktion greift diesen Missstand auf.

Detlef Barth, Mitglied des Bürgerdiensteausschusses kritisiert: „Wenn die Vorlage so beschlossen werden sollte, wird die Einführung der flexiblen Bedienformen nur unzureichend umgesetzt. Es soll in drei Zonen den Einsatz von Kleinbussen geben. Im Nordwesten werden jedoch Kästorf und Sandkamp nicht angefahren. Im Nordosten fällt Vorsfelde-Süd unter den Tisch. Der gesamte Süden Wolfsburgs fehlt komplett in der Betrachtung des Konzepts. Hier reden wir von Almke, Neindorf, Hattorf und Heiligendorf. Insgesamt werden über 11.000 Wolfsburger*innen im wahrsten Sinne des Wortes „abgehängt“.

„Wir halten es für zwingend erforderlich, dass der gesamte Wolfsburger Raum, also alle Bürger*innen eines Stadtgebietes in die Betrachtung und Umsetzung der flexiblen Bedienform fällt, um hier nicht den Eindruck entstehen zu lassen, dass es Bürger zweiter Klasse geben könnte“, unterstreicht Barth.