Die Integrierte Regionalleitstelle Wolfsburg-Helmstedt (IRLS) / Foto: resch

Leiter Brand-und Katastrophenschutz, Manuel Stanke, informiert zum Thema "Unwetter und Notruf"
Wolfsburg (WB/resch) – Die Feuerwehr hatte zu einem vor Ort Termin eingeladen, um Informationen zu den Abläufen in Gefahrensituationen zu geben. Ganz besonders nach solchen extremen Wetterbedingungen wie sie am 13. Juni diesen Jahres herrschten.

Die Leitstelle der Berufsfeuerwehr ist für die Stadt Wolfsburg und den Landkreis Helmstedt zuständig. Dementsprechend hoch ist das Anrufaufkommen auch schon an ganz normalen Tagen. Wenn die Straßen überflutet werden, die Keller voll laufen und Blitze einschlagen dann herrscht auch in der Leitstelle Hochbetrieb.

Nur in Wolfsburg mussten die Kameraden im Juni zu insgesamt mehr als 280 Einsätzen innerhalb kurzer Zeit ausrücken. Bei der Feuerwehr waren nach diesem Starkregenereignis Beschwerden eingegangen, weil die Bürger ein Besetztzeichen in der Leitung hatten. Der Leiter der Feuerwehr, Manuel Stahnke erklärte, wie es dazu kam:
Unter der 112 erreicht man nicht nur in Deutschland, sondern europaweit eine Notrufzentrale – ganz gleich ob via Festnetz oder mobil. Diese Leitstelle ist in Wolfsburg  in der Regel mit vier Mitarbeitern besetzt. Stehen derartig extreme Wetterlagen wie beschrieben an, dann können dort auf Abruf innerhalb kürzester Frist vier weitere Plätze besetzt werden und mit drei „Notplätzen“ stehen im Extremfall dann elf Plätze zur Verfügung, an denen Notrufe entgegen genommen werden können. Ein personelles Problem ist es nicht, wenn ein Anrufer ein Besetztzeichen hört.

Ganz wichtig ist es KEINESFALLS aufzulegen, wenn man in der Warteschleife landet! „Bitte bleiben sie in der Leitung“, so Stahnke. „Wir nehmen den Anruf entgegen.“ Wer auflegt und erneut anruft, der landet wieder am Ende der Liste der wartenden Anrufer! Auflegen macht nur Sinn, wenn das Besetztzeichen ertönt, dann muss man es erneut versuchen. Ein Besetztzeichen ertönt aber wirklich erst dann, wenn alles am absoluten Limit läuft, erklärt der Leiter der Feuerwehr.
Im Falle solcher extremen Wetterlagen wie sie im Juni herrschten, werden die Anrufe nach vorbestimmten Prioritäten abgearbeitet. Zuerst wird dort geholfen wo Menschen in Gefahr, im schlimmsten Falle sogar in Lebensgefahr sind!

Die Mitarbeiter der Integrierten Regionalleitstelle Wolfsburg-Helmstedt (IRLS) sind feuerwehrtechnisch und rettungsdienstlich fundiert ausgebildet und verfügen über mehrjährige Einsatzerfahrung. Auf Grundlage der Informationen des Notrufes leiten die Disponenten die erforderlichen Maßnahmen zur Gefahrenabwehr ein. Da in Spitzenzeiten eine Vielzahl von gleichzeitigen Notrufen die IRLS erreicht, kann es passieren, dass trotz Nutzung aller verfügbarer technischen und personellen Ressourcen nicht alle Hilfesuchenden gleichzeitig bedient werden können. Das war am 13. Juni der Fall.

PumpenFeuerwehr resch

Für unterschiedliche Einsätze stehen auch unterschiedlich große Pumpen bereit / Foto: resch

Es gibt auch technische Hürden, wenn die Feuerwehr z. B. einen Keller auspumpen soll, der nur wenige Zentimeter unter Wasser steht. Das ist für den Bewohner natürlich ein Schock, ein Notlage.  Aber auch mit der kleinsten Pumpe kann nur abgepumpt werden, wenn das Wasser mehrere Zentimeter (mindestens eine Handbreit - siehe Foto unten) hoch steht. Es passiert auch, dass die Kameraden vor Ort eintreffen, und das Wasser ist bereits wieder abgelaufen, ohne dass ein Eingriff von außen erfolgte.

KleinePumpe resch

Die Pumpe kann nur funktionieren, wenn eine bestimmt Wasserhöhe vorhanden ist / Foto: resch

 

Bei einem geringen Wasserstand kann man sich durchaus auch selbst helfen. In vielen Haushalten sind handelsübliche Pumpen aus dem Baumarkt vorhanden. Mittels eines sogenannten Pumpensumpfs (eine Vertiefung im Kellerboden in den die Pumpe gestellt wird), wird  die Selbsthilfe gegen das Wasser effektiver. Bei geringen Wasserständen leistet ein Kehrblech und ein Eimer im Notfall auch gute Dienste.

In vielen Häusern schützen sogenannte Rückschlagventile davor, dass das Abwasser statt abzulaufen, wieder in den Keller läuft. Die funktionieren allerdings nur, wenn sie regelmäßig gewartet werden. Kaputte Dichtungen sind ein nicht selten anzutreffender Grund dafür, dass das Ventil im Notfall seinen Dienst nicht verrichtet.

Bei dem Unwetter im Juni waren insgesamt fast 400 Einsatzkräfte unterwegs: Mehr als 250 Kameraden der freiwilligen Wehren, knappe 100 Kräfte der Berufswehr und etwa 25 Helfer des THW.

Wenn sie einen Notfall melden, ist das Wichtigste der Ort an dem sich das Geschehen abspielt. Man muss sich auch keine Gedanken machen was und in welcher Reihenfolge man ansagen muss. Die Einsatzkräfte stellen Fragen und der Anrufer beantwortet diese so korrekt wie möglich.

Man hat Verständnis für die Notlage in der sich die Anrufer befinden, dennoch können auch Feuerwehrleute, Polizisten und Ärzte nur eins nach dem anderen tun. Möglichst konkrete Ansagen und Sachlichkeit, auch bei größter Aufregung sind die besten Begleiter in einem Fall, den man niemanden wünscht.

Eine Neuerung bei Handys die über ein neueres Betriebssysten verfügen die durchaus segensreich sein kann ist AML – Mittels Advanced Mobile Location übermittelt das Smartphone im Zuge der Kontaktaufnahme über die Notrufnummer 112 den genauen Standort des Anrufers automatisch und bis auf wenige Meter genau an die Rettungsleitstelle.