Jüdische Kulturtage zwischen Harz und Heide

Veranstaltungen zur jüdischen Kultur und Geschichte in der ganzen Region
Wolfsburg/Braunschweig (WB/Israel Jacobson Netzwerk für jüdische Kultur und Geschichte e.V.) - Der 6. September 2020 ist „Europäischer Tag der jüdischen Kultur“, und in diesem Jahr bildet er in unserer Region den Auftakt zu den „Jüdischen Kulturtagen zwischen Harz und Heide“, die das Israel Jacobson Netzwerk für jüdische Kultur und Geschichte e.V. (IJN) erstmalig organisiert.

Gemeinsam mit zahlreichen Veranstaltern und in Kooperation mit der Stadt Braunschweig hat das IJN trotz der in diesem Jahr erschwerten Bedingungen ein vielfältiges Programm zusammengestellt, das mehr als 30 Veranstaltungen in Braunschweig, Celle, Gifhorn, Goslar, Halberstadt, Helmstedt, Peine, Salzgitter, Seesen und Wolfenbüttel, aber auch im Internet umfasst. Schirmherr der Jüdischen Kulturtage zwischen Harz und Heide ist Michael Fürst, Vorsitzender des Landesverbands der Jüdischen Gemeinden in Niedersachsen K.d.ö.R..

Die Jüdischen Kulturtage zwischen Harz und Heide werden von nun an jedes Jahr im September in unserer Region stattfinden. Hier ist eine Besonderheit, dass jedes Jahr ein anderer Ort als Gastgeber einlädt und eine andere historische Persönlichkeit aus der jüdischen Geschichte der Region im Mittelpunkt der Veranstaltungen steht. In diesem Jahr ist dies der Braunschweiger Industrielle und Mäzen Max Jüdel (1845-1910), an den wir anlässlich seines 175. Geburtstags erinnern wollen. Jüdel hat die Industriegeschichte um 1900 maßgeblich mitgestaltet. Mit seinem Teilhaber Heinrich Büssing gründete er 1873 die „Eisenbahnsignal-Bauanstalt Max Jüdel & Co.“, die später mit Siemens und Halske fusionierte. Dass Siemens die jüdischen Kulturtage großzügig unterstützt, zeigt, dass man sich im Unternehmen dieser Anfänge bis heute bewusst ist. Max Jüdel engagierte sich in vielfältiger Weise für alle Braunschweiger Bürgerinnen und Bürger – als Abgeordneter im Braunschweigischen Landtag, durch die Gründung der Braunschweiger Baugenossenschaft, der Braunschweiger Karneval-Gesellschaft von 1872 und vieles mehr.

Die Jüdischen Kulturtage legen einen besonderen Schwerpunkt auch auf den Dialog mit der heutigen jüdischen Gemeinschaft. So bieten beispielsweise eine analoge und eine digitale Veranstaltung mit Meet a Jew, ein Projekt des Zentralrats der Juden, oder ein Abend mit Gesang und Gespräch in Goslar mit Rabbiner Walter Rothschild die Möglichkeit zum direkten Austausch. Es wird also nicht nur um Jüdel bei den Jüdischen Kulturtagen gehen: Stadtrundgänge auf jüdischen Spuren in Halberstadt, Helmstedt, Goslar und Peine, geführte Besuche jüdischer Friedhöfe in Braunschweig und Gifhorn stehen ebenso auf dem Programm wie Ausstellungen in Braunschweig oder Celle, Vorträge, Lesungen, Konzerte und Filmvorführungen. Aufgrund der besonderen Herausforderungen in Corona-Zeiten laufen einige Veranstaltungen, so auch die Eröffnung, online. Die mehr als 20 Veranstalter hoffen aber, dass die geplanten Rundgänge und Führungen sowie Lesungen, etc. vor Ort stattfinden können.

Eine Übersicht über das Programm finden Sie jetzt schon auf der Webseite des Israel Jacobson Netzwerks (www.ij-n.de). Hier können Sie demnächst auch das Programmheft herunterladen. Eventuell nötige Corona-bedingte Änderungen werden dort ebenfalls angekündigt.