Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil / Foto: Nieders. Staatskanzlei/Holger Hollemann

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) will bei der heutigen Landtagssitzung eine Regierungserklärung zur Corona-Lage abgeben
Wolfsburg (WB/resch) - Gestern vor sechs Monaten trat Ministerpräsident Weil und weitere Politiker vor die Kameras und verkündete den Shutdown in Niedersachsen. Kitas, Schulen und Unis mussten schließen, die Situation in den Krankenhäusern spitzte sich zu. Das öffentliche Leben wurde drastisch reduziert, Die Produktion in vielen Bereichen bis zum Stillstand herunter gefahren.

Heute kann man sagen: So schlimm das alles war, so war es doch grundsätzlich richtig und hat unser Land vor wesentlich schwereren Folgen bewahrt. Deutschland insgesamt und Niedersachsen speziell haben die Corona Krise bisher relativ glimpflich überstanden.

Ein besonders problembeladenes Thema ist die Situation in Alten- und Pflegeheimen. Oft ist der Besuch der Familienangehörigen für die hochbetagten Menschen von ganz enormer Wichtigkeit. Doch damit gehen eben auch große Gefahren einher, wie wir in Wolfsburg auf ganz besonders schlimme Art erfahren mussten. Wir dürfen nicht vergessen, dass mehr als 50% aller Todesfälle in der Coronapandemie in Heimen zu verzeichnen waren..

Heute kann man nur feststellen, dass es keinerlei Erfahrungen mit der tückischen Kranheit gab. Wie Ministerpräsident Weil seinen Amtskollegen zitierte: "Wenn wir alles gewusst hätten, dann hätten wir alles richtig gemacht!" Aufgabe der Politik ist es, das Leben und die Existenz der Menschen zu schützen.
Der derzeitige Stand der Coronapandemie verzeichtet in Niedersachsen 67 Neuinfektionen und 1 503 Infizierte. Auch wenn derzeit die Intensivstationen des Landes fast leer sind, dürfen wir in keiner Sekunde vergessen, dass das Risiko weiter da ist! Wir können nicht so tun, als ob es Corona nicht mehr gäbe. Wichtig ist und bleibt die Verhältnismäßigkeit der unterschiedlichen Maßnahmen, die getroffen werden. Es muss immer wieder geschaut werden, wo man lockern kann ohne Gefahren herauf zu beschwören und ebenso muss dort wo es unbedingt notwendig ist mit den Einschränkungen gelebt werden.

Die Menschen verhalten sich mehrheitlich sehr vernünftig, konstatiert Ministerpräsident Weil die derzeitige Situation. Die Situation in ganz Deutschland ist sehr unterschiedlich und deshalb sind unterschiedliche Maßnahmen die Folge davon. Weil möchte einen erneuten Shutdown gerne ausschließen, sagt aber auch, dass regionale Extremsituationen wie wir sie z. B. in Gütersloh hatten auch in Zukunft leider nicht ganz auszuschließen sind.