Markus Glomb (Polizei), Ina Mann (VW), Günter Lach (Bürgermeister Stadt Wolfsburg), Klaus Seiffert (Verkehrswacht Wolfsburg) / Foto: Roman Mölling/LVW

Alle Verkehrsteilnehmenden und Baumunfälle im Blick 7-Städte-Tour auch in Wolfsburg unterwegs
Wolfsburg (WB/Landesverkehrswacht Niedersachsen) - Die seit 2014 laufende renommierte Verkehrssicherheits-Kampagne „Tippen tötet“ geht mit neuen Motiven im erfolgreichen Piktogramm-Stil in die nächste Runde. Hatte die Kampagne zu Beginn noch vorrangig die Autofahrenden im Fokus, sollen nunmehr auch alle weiteren Verkehrsteilnehmende wie Radfahrende, zu Fuß Gehende und auch die „Brummi“-Fahrenden verstärkt sensibilisiert werden. Denn die Gefahr durch Ablenkung im Straßenverkehr geht uns alle an.

Ein einfacher und alltäglicher Blick auf die Straßen genügt, um die häufige Ablenkung durch Smartphone-Nutzung zu erkennen. Daher ist es wichtig zu verstehen, dass Ablenkung, durch ein Smartphone, eine große Gefahr für einen selbst und für andere Verkehrsteilnehmende darstellt – Tippen tötet! Die Polizei Niedersachsens stellt jeden Tag eine Vielzahl an Verstößen im Straßenverkehr fest – allein im Jahr 2018 waren es bei zielgerichteten Kontrollen gegen die verbotswidrige Nutzung von Handys im Straßenverkehr mehr als 30.000 Verstöße gewesen.

Ab sofort stehen auch die jungen Fahrerinnen und Fahrer verstärkt im Blickfeld der Aktion. So waren in Niedersachsen im Jahr 2019 allein 43 Personen von den 120 bei den bei Baumunfällen
verstorbenen Menschen im Alter zwischen 18 und 24 Jahren gewesen. Bei der Analyse der dazugehörigen Unfälle fällt vor allem eine Konstellation besonders ins Auge: Landstraße, allein mit dem Pkw unterwegs, nicht angepasste Geschwindigkeit und plötzliches Abkommen von der Fahrbahn, mitunter auf gerader Strecke und dann mit Anprall an einen Straßenbaum.
Gerade in diesen Fällen dürften entweder Müdigkeit oder Ablenkung, neben der Geschwindigkeit, eine maßgebliche Rolle für den Unfallhergang gespielt haben. Das ist ein Grund
mehr, mit der Präventionsarbeit bei dieser Zielgruppe keineswegs nachzulassen und mit der Kampagne „Tippen tötet“ neben Autobahnen und Landstraßen auch in Städten und Dörfern und generell im gesamten Land Niedersachsen präsent zu sein.

Tippentoetet RomanMoellingLVW

TIPPEN TÖTET / Foto: Roman Mölling/LVW

Zum Start werden im Rahmen einer Sieben-Städte-Tour Polizei und Verkehrswachten an verkehrsreichen Straßen und Kreuzungen zudem mit einer Rucksack-Aktion auf das Thema aufmerksam machen und zum Nachdenken anregen. Heute machte die Tour Halt in Wolfsburg, fünf Stunden lang waren die Rucksäcke auf den Einfallstraßen, an Kreuzungen und in den Altstadtstraßen zu sehen.

Die Sieben-Städte-Tour fand in folgenden Städten an folgenden Tagen statt:

     24.08. Hannover
     25.08. Lüneburg
     26.08. Oldenburg
     27.08. Osnabrück
     28.08. Braunschweig
     01.09. Göttingen
     25.09. Wolfsburg

Der Niedersächsische Minister für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung, Dr. Bernd Althusmann: „Nach wie vor wird im Straßenverkehr viel zu oft auf dem Handy getippt. Dabei wird
das Risiko schwerer Unfälle leichtfertig in Kauf genommen. Häufig wohl getragen von dem Gedanken, es wird schon gut gehen, bisher ist mir ja nichts passiert. Das ist ein gefährlicher, im
schlimmsten Fall tödlicher Trugschluss. Es ist wichtig, dass wir mit unserer Kampagne „Tippen tötet“ weiterhin beharrlich auf diese Gefahr hinweisen.“

Der Landespolizeipräsident Axel Brockmann: „Verkehrsunfälle passieren nicht einfach so. Das Verhalten der Verkehrsteilnehmerinnen und - teilnehmer spielt dabei fast immer eine maßgebliche Rolle. In den vergangenen Jahren hat die Ablenkung von Autofahrerinnen und -fahrern, aber auch von Fußgängerinnen und Fußgängern oder Radfahrenden insbesondere durch Smartphones stark zugenommen. Darum steht das Thema Ablenkung aktuell besonders im Fokus der polizeilichen Präventionsarbeit, gerade bei zielgerichteten Verkehrskontrollen. Weil wir so gut wie möglich Klarheit darüber haben wollen, wie oft Ablenkung Unfallursache ist, haben sich Niedersachsen und andere Län-der dafür eingesetzt, ab Beginn des Jahres 2021 das Unfallursachsenverzeichnis beim Bundesamt für Statistik entsprechend anzupassen. Bundesweit kann so auch die Unfallanalyse in Sachen Ablenkung deutlich aussagekräftiger werden.
Denn klar ist: Nur, wenn alle Fakten klar auf dem Tisch liegen, können wir bestmögliche Informations- und Präventionsarbeit leisten. Auch für umfassende Unfallanalysen brauchen wir die entsprechenden Daten. Eine gezielte Anpassung des Unfallverzeichnisses kann daher im wahrsten Sinne des Wortes Leben retten.“

Der Präsident der Landesverkehrswacht Niedersachsen, Heiner Bartling, ergänzt: „In den Köpfen aller am Straßenverkehr Beteiligten hat sich leider noch nicht festgesetzt, dass jede Ablenkung tödlich sein kann. Wir sind uns die-ses Risikos vielfach leider nicht bewusst, auch weil unser Fehlverhalten häufig gut geht. Mit der Ansprache an Radfahrende soll dem zunehmenden Radverkehr Rechnung getragen und sog. „Smombies“ bei zu Fuß Gehenden vermieden werden.“

Mit folgenden Werbemaßnahmen wird die Kampagne aktuell aufgesetzt:

     • Sieben-Städte-Tour
     • 40 neue Spannbänder zum Start an den Autobahnen sowie an Bundesstraßen
     • 40 neue Plakate an Bundes-, Landes- und Kreisstraßen
     • 150 Spannbänder zum Start innerorts
     • 15.000 Händedesinfektionstücher mit Tippen-tötet-Motiv
     • 5.000 Auto-Duftanhänger mit Tippen-tötet-Motiv
     • 300 Plakate für Aktionen und Veranstaltungen
     • Rucksack-Aktionen vor Ort
     • Kettcar-Parcours mit Ablenkungstests