Familie / Foto: Candid Shots auf Pixabay

Jede Menge Regeln, ganz viele Möglichkeiten und noch mehr verunsicherte Menschen
Wolfsburg (WB/resch) -
aktualisiert 16:05 Uhr - Ab heute Samstag, gilt auch in Niedersachsen das sogenannte Beherbergungsverbot. Das gilt, wenn die Menschen aus einem der Corona-Risikogebiete kommen, einem Kreis, in dem es mehr als 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen einer Woche gibt. Dann sind sie von der Unterbringung in Hotels und Unterkünften ausgeschlossen.


Maßgeblich für die Überschreitung des Grenzwerts ist der Zeitpunkt der Einreise.
Für Verstöße gegen das Übernachtungsverbot sieht die Regelung ein Bußgeld von bis zu 25 000 Euro vor.
Behörden und Polizei sollen die Bestimmungen durchsetzen und Verstöße ahnden.
Eine Liste der betroffenen Orte finden Sie auf der Seite www.niedersachsen.de/Coronaviruns/hinweise-fuer-reisende

Von dieser Regelung gibt es allerdings eine ganze Reihe von Ausnahmen:

Wenn sich Besucher einem freiwilligen Corona-Test unterziehen und über ein ärztliches Zeugnis in Papierform oder in digitaler Form verfügen, das bestätigt, dass keine Anhaltspunkte für das Vorliegen einer Infektion mit dem Coronavirus vorhanden sind, dürfen sie in Niedersachsen Ferien machen.
Ausgenommen von dem Beherbergungsverbot sind auch Bürger die zwingend notwendig und unaufschiebbar beruflich oder medizinisch veranlasst anreisen, oder Menschen, die aus privaten Gründen nach Niedersachsen kommen, etwa um enge Angehörige oder Lebenspartner zu besuchen. Wer bereits vor Inkrafttreten der Verordnung nach Niedersachsen eingereist ist, für den gilt das Beherbergungsverbot ebenfalls nicht.
Darüber hinaus gelten seit dem 1. Oktober weltweit differenzierte Reise- und Sicherheitshinweise.

Mehr zum Thema Corona in Niedersachsen auf https://www.niedersachsen.de/Coronavirus

Corona-Test vor dem Urlaub?

Wer in einen Urlaubsort fahren will, in dem Beschränkungen für Übernachtungsgäste gelten, der sollte sich frühzeitig beim Hausarzt oder einer speziellen Praxis für Reisemedizin  melden. Testzentren des öffentlichen Gesundheitsdienstes sollten dafür besser nicht frequentiert werden. In aller Regel haben diese "Urlaubs-Probanden" keine Krankheitssymptome. Der Test wird nicht von der gesetzlichen Krankenkasse bezahlt. Die Kosten liegen für Privatpatienten laut Gebührenverordnung bei etwa 120 Euro pro Person für die Laboranalyse. Etwa 20 Euro werden für den Abstrich beim Arzt fällig.

Veränderungen gibt es auch im privaten Bereich und wenn Menschen zusammen treffen:

Wie der NDR heute am Morgen berichtet, dürfen sich bei Geburtstagen und anderen Feiern im öffentlichen Raum bis zu 100 Teilnehmer treffen. Diese Obergrenze sinkt bei zunehmenden Neuinfektionen zunächst auf 50 und gegebenenfalls auf 25 Menschen (siehe unten01).

Bis zu zehn Personen dürfen sich ohne Auflagen privat in Wohnungen treffen. Wenn sie aus lediglich zwei Haushalten kommen, sind auch mehr erlaubt. Bei Zusammenkünften von bis zu 25 Menschen im privaten Bereich muss laut Corona-Verordnung ein Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten werden und es gilt eine Maskenpflicht. Im Garten oder im Hof sind Treffen von bis zu 50 Personen erlaubt.

01Immer in Abhängigkeit vom Infektionsgeschehen können die Obergrenzen in den Landkreisen und kreisfreien Städten aber auch niedriger ausfallen. Steigt die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche über 35, dann dürfen sich nur noch bis zu 25 Menschen treffen – unabhängig davon ob das Treffen Drinnen oder im Freien stattfindet. Erhöhen sich die Werte auf  50 Neuinfektionen sind nur noch bis zu zehn Menschen auf privatem Grund erlaubt. Bei Treffen und Feiern, an denen mehr als 50 Personen teilnehmen, dürfen ab 18 Uhr keine reinen Spirituosen und ab 22 Uhr gar kein Alkohol verkauft und getrunken werden.

Eine weitere Veränderung ist im Einzelhandel wirksam. Dort müssen neuerdings auch Beschäftigte eine Mund-Nasen-Bedeckung bei der Arbeit tragen.

Messen, Märkte, Kongresse - oder etwas vorausgedacht auch Weihnachtsmärkte, bei denen die Menschen die zusammen kommen zeitweise stehen, bedürfen unabhängig von der Zahl der Teilnehmer immer der vorherigen Zulassung. Hygienekonzepte sind vorzulegen und Abstandsregelungen müssen eingehalten werden. Bedingung ist auch, dass die Infektionszahlen in den nächsten Wochen stabil bleiben. Hat das Veranstaltungspublikum feste Sitzplätze, gilt eine Obergrenze von 500 Besuchern. Die gilt für drinnen wie für draußen.