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Wolfsburg (WB/resch)  - Bereits am Montag wude die „Corona-Ampel“ der Stadt wegen des kritischen Indizenzwertes von grün auf gelb gestellt. Heute hat Oberbürgermeister Klaus Mohrs (SPD) nach einer Sitzung des Krisenstabs über weitere Maßnahmen informiert.

Die Corona-Zahlen steigen weiter und die Stadt Wolfsburg sieht sich gezwungen mit strengeren Vorschriften auf die steigenden Corona-Zahlen zu reagieren. Ab Mittwoch müssen Passanten in Teilen der Porschestraße eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen. Konkret muss von der mittleren bis zur nördlichen Porschestraße  - also von der Pestalozziallee bis zum Willy-Brandt-Platz - in der Zeit zwischen 9 und 20 Uhr Maske getragen werden. In der Kaufhofpassage und dem Maxmilian-Kolbe-Weg (City-Galerie) gilt die Maskenpflicht ebenfalls zwischen 9 und 20 Uhr, im Kaufhof zwischen 9 und 23.30 Uhr. Auch am Hauptbahnhof inklusive des Vorplatzes, am ZOB, am phaeno und in den Designer Outlets, sowie dem Sara-Frenkel-Platz – gilt auf den Verkehrsflächen bis zum Straßennetz im Zeitraum von 6 bis 20 Uhr Maskenpflicht!

Mohrs sprach von „dramatischen Steigerungen, nachdem am Montag Wolfsburg den ersten kritischen Schwellenwert von 35 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in sieben Tagen überschritten hatte (siehe Corona-Ampel). Deshalb sind auch für Schulen, Pflegeeinrichtungen und den Sportbetrieb strengere Maßnahmen geplant.

Verschärfungen der Corona-Maßnahmen sollen bei Überschreiten des Schwellenwerts von 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen in Kraft treten. Leider muss damit gerechnet werden, dass der sogenannten Sieben-Tage-Inzidenzwert von 50 in den nächsten Tagen in Wolfsburg überschritten wird. Dann gilt auch eine Maskenpflicht für Schüler ab der fünften Klasse im Unterricht.

Pflegeheime dürfen dann keine Besuche auf den Bewohnerzimmern mehr gestatten und die Bewohner der Einrichtungen dürfen nur noch einen Besucher zeitgleich empfangen. Bereits bei einem Corona-Verdachtsfall muss durch die Stadt ein Besuchsverbot für das betroffene Heim ausgesprochen werden.

Der Sportbetrieb soll weiterhin möglich sein. Doch auch hier gelten ab sofort neue Beschränkungen. Bei der Ausübung, also bei den sportlichen Aktivitäten, muss ein Abstand von 1,5 Metern eingehalten werden. Die Personenzahl wird abhängig von der Raumgröße begrenzt:. Zehn Personen dürfen in Kleinstsporthallen (Gymnastikräumen) Sport treiben, in Einfeldhallen dürfen sich bis 20 Personen, in Zweifeldhallen bis 40 Personen und in Dreifeldhallen bis 60 Personen aufhalten .
Der Trainingsbetrieb mit Kontakt in Gruppen wird auf bis zu 20 Personen in der Halle und bis zu 30 Personen im Freien beschränkt.
Im Spielbetrieb mit Kontakt in Gruppen gelten Obergrenzen von 30 Personen in der Halle und 40 Personen im Freien.
Diese Regelungen gehen laut Stadträtin Monika Müller deutlich über die Vorschriften des Landes hinaus. Man habe die Vorgaben aber bewusst so gestaltet, dass der Vereinssport weitergehen könne.

Erfreulich ist, dass trotz rasant steigender Neuinfektionen die Lage im Wolfsburger Klinikum bislang unkritisch ist. Stadträtin Müller erklärt, dass derzeit drei Patienten mit einer Corona-Infektion behandelt wrden, davon einer auf der Intensivstation.
Allerdings darf nicht nur das Krankenhaus betrachtet werden, sondern das Gesundheitswesen insgesamt muss arbeitsfähig und stabil bleiben, so Müller. Die Kontaktverfolgung durch das Gesundheitsamt bei Infektionsfällen werde mit den steigenden Infektionszahlen immer schwieriger. Im Durchschnitt wird mit 15 bis 20 Kontaktpersonen pro Infiziertem gerechnet, es sind aber im Einzelfall auch bis zu 100 Kontakte. „Wir müssen jetzt handeln“, betonte Müller.

Bibliotheken und Museen sollen vorerst geöffnet bleiben. OB Mohrs dazu: „Wir werden weitestgehend alle Dienstleistungen aufrecht erhalten“. Die Beschäftigten der Stadtverwaltung sollen jedoch wieder verstärkt im Home-Office arbeiten.
Derzeit ist beabsichtigt den Wolfsburger Weihnachtsmarkt in einer sehr verschlankten Version und neuem Konzept als „Wolfsburger Adventswochen“ stattfinden zu lassen , erklärte der Oberbürgermeister.

Bei Inzidenzwert über 50 gelten weitere Kontaktbeschränkungen
Verschärfungen der Corona-Maßnahmen bei Überschreiten des Sieben-Tage-Inzidenzwerts von 50 sind gemäß der aktuellen niedersächsischen Landesverordnung anzuwenden:
Ausrichtung privater Feiern nur noch mit bis zu zehn Menschen, aus zwei Haushalten Diese Obergrenze - zehn Personen - gilt dann auch für den öffentlichen Raum und die Gastronomie.

Die neue Allgemeinverfügung steht unter:     https://www.wolfsburg.de/corona        zum Download bereit