Die weiß-grünen e-Scooter der Firma Lime werden das Angebot von e-Scootern in Wolfsburg erweiterm / Foto: Lime

Verleih ist eine sinnvolle Ergänzung der städtischen Mobilität
Wolfsburg (WB/Stadt Wolfsburg) - Im Sommer 2019 wurden Elektro-Tretroller, auch e-Scooter genannt, in Deutschland zugelassen. Immer mehr Firmen von Verleihsystemen für die kleinen Elektrofahrzeuge sind seither bundesweit aktiv geworden. Seit März dieses Jahres gibt es bereits das Angebot der Firma Tier in Wolfsburg, das nun um das Unternehmen Lime ergänzt wird.

 

"Wir freuen uns sehr, mit unseren weiß-grünen e-Scootern schon bald auch in Wolfsburg den öffentlichen Nahverkehr zu ergänzen, Mobilitätslücken zu schließen und den steigenden Bedarf an Individualmobilität abzudecken. Als ehemaliger VW-Mitarbeiter liegt es mir persönlich sehr am Herzen, hier mit unserem e-Scooter-Service eine weitere Alternative für die praktische, sichere und nachhaltige Fortbewegung zu etablieren und wir begrüßen die enge und partnerschaftliche Zusammenarbeit mit der Stadt Wolfsburg”, sagt Jashar Seyfi, Geschäftsführer bei Lime in Deutschland.

Das Unternehmen will am Mittwoch, 25. November, in Wolfsburg starten. Begonnen wird zunächst in einem weiteren Kernstadtareal mit bis zu 300 e-Scootern. Das Gebiet umfasst Parkverbotszonen an Aufkommensschwerpunkten wie etwa dem Bahnhof oder sensiblen Bereichen wie dem Klinikum. Hier können sich die Nutzenden nicht abmelden und die kostenpflichtige Fahrt nicht beenden. Das Gleiche gilt, wenn die Nutzenden sich außerhalb des Geschäftsgebiets von Lime bewegen. Das Nutzen der Roller kostet einen Euro Startgebühr und 23 Cent pro Minute. Zusätzlich bietet Lime Tages- und Pauschalpakete an.

"Die Stadt Wolfsburg begrüßt zusätzliche Mobilitätsangebote als Ergänzung zum öffentlichen Verkehr und als Alternative zum Auto auf kurzen Wegen. Eine Stärkung der sogenannten Nahmobilität aus Rad, Fuß und neuen Mikromobilitätsangeboten hat die Stadt neben weiteren Zielen erst kürzlich in ihrer Mobilitätsstrategie im Rat beschlossen", erklärt Oberbürgermeister Klaus Mohrs. "Neue Mobilitätsangebote müssen jedoch auch auf begrenzten Infrastrukturen untergebracht werden. Dieses muss möglichst sicher und konfliktfrei für alle am Verkehr Teilnehmenden gestaltet werden", ergänzt Stadtbaurat Kai-Uwe Hirschheide. Um dieses zu erreichen, hat die Stadt für den e-Scooter-Verleih in Wolfsburg eine freiwillige Selbstverpflichtung mit Regeln zum Betrieb definiert. Denn der Betrieb eines Verleihsystems für die sogenannten Elektro-Kleinstfahrzeuge ist durch die Stadt nicht genehmigungspflichtig.

Die Zulassung der e-Scooter für den Straßenverkehr regelt die Elektro-Kleinstfahrzeuge-Verordnung auf Bundesebene. Die freiwillige Selbstverpflichtung schärft diese Regeln für Wolfsburg, zum Beispiel wo e-Scooter nicht fahren dürfen oder wo sich Parkverbotszonen in der Stadt befinden. Für die Einhaltung müssen die Anbietenden sorgen.

Darüber hinaus gibt es Informationspflichten der Verleih-Unternehmen gegenüber der Stadt, damit die Verwaltung das Angebot gemeinsam mit diesen sukzessive und vor allem bedarfsgerecht entwickeln kann. Tier war in Wolfsburg im Frühjahr zunächst mit einer geringen Rollerzahl in einem kleineren Bereich in der Kernstadt gestartet. Nachdem das Angebot von den Nutzenden gut angenommen wurde, hat Tier in Abstimmung mit der Stadt das Geschäftsgebiet und die Rollerzahl sukzessive ausgeweitet. Dieses Vorgehen gilt auch für Lime.

"Das Ziel ist immer, ein Gleichgewicht zwischen sinnvoller Ergänzung der städtischen Mobilität zu bieten und das Angebot so zu gestalten, dass sich alle am Verkehr Teilnehmenden sicher und störungsfrei bewegen können. Das gelingt im Detail naturgemäß nicht immer. Seit März haben die Verwaltung etwa 20 Hinweise zu falsch abgestellten Rollern erreicht, was vergleichbar mit anderen Städten ist", hebt Stadtrat Andreas Bauer hervor.

Die Erfahrungen der Verwaltung und auch die wertvollen Rückmeldungen aus der Bevölkerung sollen Ende des Jahres evaluiert werden, um das Angebot weiter zu verbessern und vor allem die Abstellsituation der e-Scooter noch konfliktfreier zu gestalten. Diese müssen etwa auf Gehwegen am Rand so abgestellt werden, dass mindestens 160 Zentimeter nutzbare Gehwegbreite verbleiben.

"Ich bin mir sicher, dass wir mit den beiden Verleihangeboten eine sinnvolle Ergänzung der städtischen Mobilität erreichen werden. Die Stadt unterstützt dieses durch die angesprochenen Regelwerke und Infrastrukturen sowie einen vertrauensvollen Austausch mit den Firmen. Letztlich sind aber auch alle einzelnen gefragt, sich im Straßenverkehr rücksichtsvoll und solidarisch zu verhalten, damit sich ein zukunftsfähiges Mobilitätsangebot für alle gestalten lässt", unterstreicht Stadtbaurat Kai-Uwe Hirschheide.

Informationen zum Thema e-Scooter gibt es im Internet unter www.wolfsburg.de/emobilitaet. Hier finden sich auch die Kontaktdaten der Anbietenden, an die Hinweise zu falsch abgestellten e-Scootern gerichtet werden sollten. Informationen zur Mobilitätsstrategie der Stadt Wolfsburg sind unter www.wolfsburg.de/gruenerfaden eingestellt.