Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau: Bahngleise führen zum Todestor des ehemaligen NS-Vernichtungslagers. / Foto: Volkswagen AG

Personalvorstand Gunnar Kilian bei Gedenkfeier in Polen
Schweigeminute für die Opfer von Zwangsarbeit, Verfolgung und Rassenwahn während des Nationalsozialismus
Ausstellungseröffnung: „Denkmal für die ermordeten Juden Europas. Fotografien und Gedichte zur Shoa“
Gratiskonzert der Israeli National Arts High School, Tel Aviv im Wolfsburger CongressPark
Wolfsburg/Berlin/Oświęcim (WB/Volkswagen AG) - Am kommenden Montag, 27. Januar, wird international der Befreiung von Auschwitz vor 75 Jahren gedacht. Das Internationale Auschwitz Komitee (IAK) und Volkswagen erinnern in diesem Tagen bei Gedenkveranstaltungen an die Millionen Menschen, die während der NS-Diktatur verschleppt und zu Zwangsarbeit gezwungen, verfolgt und ermordet wurden.

Personalvorstand Gunnar Kilian wird am Montagmorgen zusammen mit dem Konzernbetriebsratsvorsitzenden Bernd Osterloh am Gedenkstein im Volkswagen Werk Wolfsburg einen Kranz für die Opfer des Nationalsozialismus niederlegen. Am Nachmittag wird Kilian auf Einladung der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau an der internationalen Gedenkfeier in Polen teilnehmen.

An mehreren Feierlichkeiten wirken auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Auszubildende der Volkswagen Standorte Wolfsburg, Braunschweig, Chemnitz, Emden, Hannover und Salzgitter mit, die vergangenes Jahr an dem gemeinsamen Projekt „Auschwitz – Erinnern und Zukunft“ von IAK und Volkswagen teilnahmen.

Gunnar Kilian sagt: „Volkswagen und das Internationale Auschwitz-Komitee verbindet seit 32 Jahren eine einzigartige Zusammenarbeit. Wir wollen, die Erinnerung an die Gräueltaten und das Leiden wachhalten. Deshalb sind uns die Erhaltung und die Pflege der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau außerordentlich wichtig. Denn auch in Zukunft sollen die Menschen sehen, was Auschwitz für ein Ort war. In der Gedenkstättenarbeit in Auschwitz haben sich inzwischen 3.371 Auszubildende von Volkswagen aus Deutschland und Polen engagiert. Stellvertretend für diese jungen Kolleginnen und Kollegen werde ich gemeinsam mit Christoph Heubner vom Internationalen Auschwitz Komitee an der Gedenkfeier in Auschwitz teilnehmen und anderen Gästen von ihrem Engagement berichten.“ .“

Zu dieser Gedenkfeier werden Staatschefs und Repräsentanten aus über 40 Staaten erwartet, unter ihnen auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Die Gedenkrede wird Marian Turski, Auschwitz-Überlebender und Vizepräsident des Internationalen Auschwitz Komitees, halten. Turski diskutiert immer wieder mit Auszubildenden in der Internationalen Jugendbegegnungsstätte Oświęcim/Auschwitz über Lehren aus dem Holocaust für die Gegenwart. Turski mahnt: „Gewöhnt Euch niemals daran, wenn andere Menschen verhöhnt oder angegriffen werden. Seid niemals gleichgültig – das ist quasi das 11. Gebot. Denn: Gleichgültigkeit tötet.“

Bernd Osterloh betont: „Der 27. Januar erinnert uns auch nach 75 Jahren daran, dass Deutschland die Verantwortung für den millionenfachen Mord an den europäischen Juden niemals ablegen kann. Es ist unsere Verantwortung, die Erinnerung daran wachzuhalten und weiterzugeben. Zu dieser Aufgabe gehört auch, dass wir uns allen entgegenstellen, die schon wieder über einen Schlussstrich unter diesem furchtbarsten Kapitel der deutschen Geschichte reden.“

Kranzniederlegung und Ausstellungseröffnung im Volkswagen Werk Wolfsburg

Der Holocaust-Gedenktag bei Volkswagen beginnt am Montagmorgen um 8.45 Uhr mit einer Kranzniederlegung durch Personalvorstand Gunnar Kilian und den Vorsitzenden des Konzernbetriebsrats, Bernd Osterloh, am Gedenkstein an der Südstraße (Eingang 2) und einer Schweigeminute für die Opfer von Zwangsarbeit, Verfolgung und Rassenwahn während des Nationalsozialismus.

Am Nachmittag um 14 Uhr werden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gemeinsam mit engagierten Bürgerinnen und Bürgern am Gedenkstein für ehemalige Zwangsarbeiterinnen Zwangsarbeiter weiße Rosen niederlegen und der Opfer des Nationalsozialismus gedenken. Im Anschluss wird im Forum des Konzernarchivs der Volkswagen Aktiengesellschaft die Ausstellung von Dr. Karl Teille „Denkmal für die ermordeten Juden Europas. Fotografien und Gedichte zur Shoa“ eröffnet.

Die Ausstellung zeigt künstlerische Großformat-Fotografien in Verbindung mit Gedichten von Opfern des Holocaust. Die Gedichte liest Bernd Upadek vom Scharoun- Theater Wolfsburg, das Streichquartett des Philharmonic Volkswagen Orchestra begleitet die Gedenkstunde musikalisch.

Gratiskonzert: Israeli National Arts High School, Tel Aviv, im Congress Park Wolfsburg

Am Dienstag, 28. Januar, 16.30 Uhr spielen zwei Ensembles der Israeli National Arts High School aus Tel Aviv im Wolfsburger Congress Park. Der Eintritt zu dem einzigartigen Konzert anlässlich des Internationalen Holocaust-Gedenktages ist frei – nach vorheriger Anmeldung per E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

Über 100 Künstlerinnen und Künstler erzählen mit ihrer Musik von der Gegenwart und Zukunft des jüdischen Volkes. Ihr Repertoire reicht von Barockmusik bis zu zeitgenössischen Stücken. Die Ensembles der Israeli National Arts High School „Thelma Yellin“ spielten bei Tourneen bereits in europäischen Musikzentren wie Palais des Beaux Artes in Brüssel und dem UNESCO-Haus in Paris sowie in Konzertsäle in Deutschland und Großbritannien.

Das Konzert findet in Kooperation der Stadt Wolfsburg mit Volkswagen statt. Stadt und Unternehmen engagieren sich seit langem für die Erinnerung an die Geschehnisse von Auschwitz. Die Stadt Wolfsburg und Volkswagen unterhalten noch enge Verbindungen zu Holocaust-Überlebenden im Internationalen Auschwitz Komitee. Sie eint das Interesse, junge Menschen für die Erhaltung der Gedenkstätte Auschwitz, die Begegnung mit Überlebenden und den Schutz der Demokratie zu gewinnen. Die Stadt Wolfsburg und der Volkswagen Konzern sind durch kulturelle Vielfalt und das Miteinander von vielen Nationen geprägt. Das Konzert findet mit Unterstützung des Landesverbands der Jüdischen Gemeinden von Niedersachsen statt.

Internationale Jugendbegegnung des Deutschen Bundestages

Auf Einladung des Präsidenten des Deutschen Bundestages, Dr. Wolfgang Schäuble, und des IAK nehmen an der Internationalen Jugendbegegnung vom 23. – 29. Januar drei Volkswagen Auszubildende teil: Anne Mundstock, Nora Siems (beide Wolfsburg) und Johannes Landgraf (Chemnitz).

Eine Station der Jugendbegegnung ist vom 24. – 28. Januar die Gedenkstätte Auschwitz mit Gruppenarbeiten, Zeitzeugen-Gespräche und der Besuch des KZ-Stammlagers und des NS-Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau sowie mit Teilnahme an der internationalen Gedenkfeier am 27. Januar 2020.

Zum Abschluss der Jugendbegegnung nehmen die drei Volkswagen Auszubildenden am Mittwoch, 29. Januar, an der Gedenkstunde des Deutschen Bundestages für die Opfer des Nationalsozialismus teil. Die Gedenkreden werden Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und der Präsident des Staates Israel, Reuven Rivlin, halten.

Gedenkstättenarbeit und Jugendbegegnungen in Oświęcim / Auschwitz

Das gemeinsame Projekt „Auschwitz – Erinnern und Zukunft“ des Internationalen Auschwitz Komitees (IAK) und des Volkswagen Konzerns führte in den vergangenen 32 Jahren mehr als 3.900 deutsche und polnische Auszubildende und Berufsschüler sowie Meisterinnen, Meister und weitere Führungskräfte aus dem Unternehmen in der KZ-Gedenkstätte und in der Internationalen Jugendbegegnungsstätte zusammen.

Das Internationale Auschwitz Komitee (IAK) wurde 1952 von Überlebenden gegründet, damit Auschwitz nicht vergessen wird. Im IAK sind Organisationen, Stiftungen und Holocaust-Überlebende aus 19 Ländern vereinigt. Das Komitee informiert auf Deutsch, Englisch, Französisch und Polnisch im Internet unter www.auschwitz.info.

Rund 1,5 Millionen Menschen wurden im KZ Auschwitz und im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau durch das NS-Regime ermordet, am 27. Januar 1945 befreite die Rote Armee der Sowjetunion die wenigen Überlebenden.